Unterwegs mit dem Elektroroller in Bamberg

Seit März können Bambergs Straßen auf eine völlig neue Art erkundet werden. Die Weltkulturerbestadt und ihre Bewohner wurden als erste Stadt in Deutschland ausgewählt, um die neuen E-Scooter mehrere Wochen lang Probe zu fahren und auf ihre Alltagstauglichkeit zu testen. Im Sommer soll es dann eine bundesweite Zulassung geben.

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Auf zwei Rädern – und mit einer Geschwindigkeit von bis zu 20 km/h unterwegs – sind die Roller eine praktische und zudem umweltfreundliche Alternative zum Auto und für jeden zu mieten, der 18 Jahre alt ist und einen Führerschein besitzt. Besonders für den täglichen Weg zur Arbeit oder auch zur Uni, eignen sie sich hervorragend. Eben für sämtliche Wege, die zu Fuß zu weit, aber für den Bus zu umständlich sind. Man ist an der frischen Luft, kommt schnell ans Ziel und bläst keine Abgase in die Umwelt. Und das bei einer benutzerfreundlichen und einfachen Handhabung. Dafür lässt man doch gerne mal das Auto stehen und erspart sich viele Minuten Berufsverkehr, Sprit und rote Ampeln.

Da der Durchschnittsdeutsche sowieso zu viel sitzt, sollte man sich diese Chance nicht entgehen lassen und sich ab und an von seinem Autositz oder auch dem Fahrradsattel erheben. Besonders in Anbetracht der Umstände, trotz schneller Fortbewegung nicht körperlich verausgabt und ohne Schweißflecken das Ziel erreicht zu haben.

Jonas war eine der ersten Testpersonen des Roller-Projekts und zwei Wochen lang damit unterwegs. Er ist sehr zuversichtlich, was dessen Zukunft angeht:

Ich glaube schon, dass sich diese Idee in Zukunft durchsetzen kann. Ich selbst habe mein Auto gerne stehen gelassen und bin mit dem Roller zur Agentur gefahren. Auf Fahrradwegen am Berufsverkehr vorbei: Das ist schon toll! Da hab ich an schönen Tagen schon ein bisschen Luft und Sonne getankt und war fit fürs Büro.

Jonas Lindner

Auch einige seiner Kollegen wollten den Roller ausprobieren und eine Runde drehen.

Florian grinst während er in Erinnerungen an die Rollerausfahrten schwelgt: „Ich fand den Roller schon echt gut! Auch auf Kopfsteinpflaster konnte ich damit problemlos fahren. Es macht Spaß und ist einfach platzsparender und im Alltag einfacher zu handlen als mein Fahrrad. Aber bergauf musste ich schon ein, zwei Mal neu antreten und mich nach vorne lehnen, damit der Roller voran kam! Ein bisschen anstrengend war das schon! Aber deutlich weniger, als mich mit meinem Stadtrad hoch zu kämpfen!“

Nicht jeder teilt jedoch diesen Optimismus. Denn der Roller bietet wenig Schutz im Verkehr, selbst wenn man umsichtig fährt. Bei all der Hektik auf den Straßen und Wegen, ist Vorsicht oberstes Gebot. Jonas Reuter sagt dazu: „Die Richtungsanzeige per Handzeichen gestaltet sich auf dem Roller äußerst schwierig und ist eher für Trapezkünstler als Ottonormalos gemacht! Außer man nutzt den Fuß. Ich persönlich bevorzuge mein Fahrrad.“

Laura, die kecke Auszubildende, schaut ihren Kollegen herausfordernd an: „Also ich hatte damit keine Probleme. Ich fand das Fahrgefühl super, das hatte so was befreiendes! Aber teilweise war es schon echt hektisch und viele Leute verstehen einfach den Sinn von Fahrradwegen nicht, da muss man zwei Mal schauen, bevor man mit dem Roller um die Ecke biegt. Aber wenn man das ein bisschen geübt hat, ist das wirklich leicht. Und aufpassen muss man ja mit allen Verkehrsmitteln, auf dem Roller, genauso wie auf Fahrrad oder E-Bike.“

Auf unseren Testfahrten betrachten viele Passanten den Roller dennoch eher misstrauisch. Auch politisch ist das Thema nicht unumstritten. Damit das Projekt ein Erfolg wird, müsste neben einer Helmpflicht über einiges mehr nachgedacht werden: Tempolimits für Autofahrer, Ausbau von Fahrradwegen, vielleicht sogar die Sperrung einiger innerstädtischer Straßen – sagen die Skeptiker. Da steckt viel Arbeit, Organisation und der ein oder andere mürrische Autofahrer dahinter.

Aber wie wir finden, bietet der E-Scooter so viele schlagfertige Argumente, dass sich der Aufwand lohnt. Und Spaß, macht das Ganze sowieso!

Für uns hat das Zukunft, auch für unsere Agentur! Bevor man wieder stundenlang auf Parkplatzsuche ist und im Auto sitzt, würden wir in zwei „Fuhrpark-Roller“ investieren. Damit könnte man entspannt zu Kundenterminen fahren und dabei sogar den Kopf lüften.

Jonas Lindner

Ein Projekt mit viel Potential! Wir sagen: Daumen hoch! Unsere Umwelt wird es uns danken.