5 Annahmen, die in der Krise nicht mehr stimmen

Die Coronakrise führt zu abrupten Veränderungen, stellt Unternehmen vor gewaltige Herausforderungen und bisherige Annahmen auf den Kopf.

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Es wird oft davon gesprochen, dass die COVID-19-Pandemie der Welt eine lang herbeigesehnte Entschleunigung bringt. Und das stimmt: das soziale Leben wird verlangsamt, Familien finden mehr Zeit für sich, Kommunikation hat die Chance, tiefgründiger zu werden und viele Menschen merken, was wirklich wichtig ist und was nicht. Gewissermaßen bietet die Krise auch die Chance, die Welt um uns herum nachhaltig zu verändern.

Und doch verlangt gerade diese Krise von Unternehmen ein noch viel höheres Tempo – je weniger digitalisiert ein Unternehmen ist, umso schneller muss es nun aufholen, je weniger eine Firma bisher „New Work“-Ansätze wie mobiles Arbeiten betrieben hat, umso abrupter muss es genau dies nun ermöglichen.

Doch nicht nur die Arbeitsweise verändert sich schlagartig – auch bisherige Annahmen zum Geschäftsmodell, zur Kommunikation und zum Marketing werden auf den Kopf gestellt.

#1: Der Kunde muss in wenigen Sekunden überzeugt werden.

Der Kunde hat Zeit. 

Es gibt keinen Grund mehr, ihn mit verkürzten Aussagen und Hochglanzbildern zu konfrontieren. Warum erklären wir ihm das Produkt oder die Dienstleistung nicht ausführlich? Wie wäre es mit langen Hintergrund-Stories und authentischen Videos? Zeit, den Kunden zu unterhalten.

#2: Die Emotionalität des Produkts ist nur vor Ort erlebbar.

Die Emotionalität muss online vermittelt werden. 

Messen, Showrooms, Konzerte und Sportveranstaltungen mit Publikum können nicht mehr stattfinden. Finden wir stattdessen neue Wege, dies virtuell zu ermöglichen: mit Online-Messen, Live-Streams, Videos, Webinaren und Virtual oder Augmented Reality (VR/AR).

#3: Die Arbeit ist vorbei.

Die Arbeit ist nur ein Zimmer entfernt. Freizeit auch.

Fixe Zeiten für Privates und Geschäftliches gibt es immer weniger, always-on wird Realität: diese Verschmelzung bietet die Möglichkeit, den Kunden zu jeder Zeit und an jedem Ort zu erreichen. Warum nicht auch schon vor 20.15 Uhr?

#4: Der Kunde kauft im Einzelhandel.

Der Kunde kauft online. 

Einzelhandel, Zwischenhandel und Vertrieb über den Außendienst liegen brach. Umso wichtiger ist es jetzt, den Vertriebsweg zu hinterfragen. Ist das dreistufige Vertriebsmodell mit Groß- und Einzelhandel für mich noch aktuell? Kann ich meine Produkte dem Kunden auch direkt online verkaufen?

#5: Die digitalen Medien erreichen nicht alle Zielgruppen.

Die digitalen Medien sind alles, ohne digital geht nichts. 

Auch Oma und Opa gewöhnen sich gerade an Videotelefonie und WhatsApp. Digitale Orte der Zusammenkunft bestimmen das soziale Leben. Und alle Zielgruppen sind darüber erreichbar.

Die Krise als Chance begreifen

Die Veränderungen betreffen nahezu alle Branchen und Wirtschaftsbereiche – ob klassischer Handel, Industrie, Automobil oder Dienstleister und Zulieferer. Wann gibt es eine bessere Möglichkeit, die Chancen zu ergreifen, das Geschäftsmodell, das Marketing und die Prozesse zu hinterfragen, als jetzt?