Tagsuche

HTML5 bekommt ein Logo

Das W3C (World Wide Web Consortium) verpasst dem künftigen Webstandard HTML5 ein Gesicht.

Das Logo in Form eines Wappens soll Stärke und Vorwärtsdenken zeigen – und erinnert daher sicher nicht zufällig an das Signet eines Superhelden. Wie wir finden, ein gelungener Schritt und ein passendes, modernes Erscheinungsbild für die Auszeichnungssprache HTML5.

Kurz dazu in eigener Sache: Dass HTML5 schon jetzt bereit für den Produktiveinsatz ist, zeigt u.a. unsere Website, die bereits in HTML5-Semantik geschrieben und mit CSS3-Effekten aufgehübscht wird. Je nach Kundenwunsch setzen wir diese Technik gerne auch schon in Projekten ein – wir beraten Sie hierzu gerne!

Die Zukunft des Internets hat begonnen – und HTML5 ist der sich ständig weiterentwickelnde Standard dazu.

Google, H.264 und HTML5

In wenigen Monaten wird Googles Browser "Chrome" die Unterstützung von H.264-kodierten Videomaterial einstellen, zugunsten offener Formate wie Theora und WebM.

Die Gründe dafür: Der lizenzpflichtige H.264-Codec und die Kosten für dessen Lizenzierung behinderen die Entwicklung des offenen Internets, so Google. Wellen sowohl von Begeisterung als auch Kritik schlagen daraufhin durch die Gemeinde der Webdesigner und -entwickler.

Was sind H.264, Theora und WebM?

Bei allen dreien handelt es sich um Video-Codecs, also Standards zur Videokompression. Theora ist ein freier Video-Codec der Xiph.Org Foundation, und WebM ist ein von Google getriebenes Projekt, das auf dem Video-Codec VP8 von On2 Technologies basiert. Das Format mit der weitesten Verbreitung, H.264, ist besser bekannt als MPEG-4. Es ist ein Nachfolger von MPEG-2, dem Videoformat von DVDs. H.264 ist der Standard für HDTV, Blu-ray und der ehemaligen HD-DVD und kann von einer Vielzahl an Geräten und Software abgespielt und aufgenommen werden: Videoplayer, Videokameras sowie Mobile Devices wie iPhone und iPad.

Was ist das HTML5 video-Element?

Mit dem video-Element lassen sich im künftigen HTML5-Standard Videos direkt und ohne Umwege über Windows Media, Quicktime oder dem Flash-Player in Websites einbinden. Internet Explorer 9 und Safari unterstützen hierbei H.264 als Codec, Firefox und künftig Chrome sind kompatibel mit WebM.

Wo liegt das Problem und wie lässt es sich lösen?

Anbieter von Videos im Internet, insbesondere große Plattformen wie YouTube (gehört zu Google), Vimeo oder MyVideo, halten ihre Videos bisher im H.264-Format bereit und müssten für eine Unterstützung von Chrome diese in WebM konvertieren und zusätzlich zu den H.264-Dateien speichern. Websites von Unternehmen, die Videos (Imagefilme, Dokumentationen, ...) integriert haben, sind gezwungen, diese in mehreren Formaten bereitzustellen – zumindest, sofern diese auch nativ und ohne Flash-Player wiedergeben werden sollen. Das wahrscheinlichste Szenario ist also, dass künftig weiterhin größtenteils H.264-Videos per video-Element eingebunden werden, und Browser ohne Unterstützung auf einen Flash-Player zur Wiedergabe zurückfallen. Dies würde die Verbreitung des video-Elements vermutlich deutlich verlangsamen.

Googles Ankündigung mag daher für das "Open Web" ein wichtiger Schritt nach vorne sein – aber zwei Schritte zurück für HTML5.

Links zum Thema:

Linktipps am Sonntag

In unregelmäßigen Abständen möchten wir in unserem Blog auf interessante Artikel hinweisen, die sich mit den Themen Webdesign und -entwicklung, Marketing und Social Media beschäftigen, Hintergrundwissen dazu liefern oder handfeste Tipps und Tricks bieten.

Den Anfang machen:

Einen schönen Sonntag!